Da kommen sie! Trainer Georgios Ioakimidis grinst. Eigentlich hätten seine Schüler viertel nach drei an der Turnhalle der Realschule sein sollen – „das habe ich ihnen extra gesagt“. Nun ist es fünf nach halb vier, nach und nach kommen die Jungs daher gespurtet. Rabauken eben, ein bisschen chaotisch, aber durchaus motiviert. „Spielen wir Fußball?“, wollen sie wissen und sind glücklich über das Ja des Trainers. Kaum in der Halle angekommen nimmt jeder einen Ball und kickt drauf los, bis Trainer Georgios das Zepter übernimmt.

Spielerisches Fußballtraining bestimmte die erste Stunde der Ballsportschule des FC Hechingen. Fußball spielt auch Trainer Georgios Ioakimidis schon sein Leben lang – zwischenzeitlich wieder beim FC Hechingen. Der 27-Jährige leitet das Projekt, die Idee für die Schule hatten Stefan Ermantraut und Matthias Zahn. Ziel ist es, Kindern die Möglichkeit zu geben, mit vielen verschiedenen Sportarten in Berührung zu kommen und sich zu bewegen. „Je früher umso besser“, findet Ioakimidis. Sozialkompetenz, Teamfähigkeit – und ja – auch Pünktlichkeit seien weitere Kompetenzen, die sich die „Rabauken“ – das dürfen im Übrigen gerne auch Mädchen sein – im Training aneignen sollen.

Für Georgios Ioakimidis ist das Training mit den Kindern ein „Traumberuf“. Der ehemalige Jugendtrainer und FC-Spieler arbeitet im „richtigen“ Leben bei Jotec, will im Frühjahr nächsten Jahres seinen Trainerschein für die B-Lizenz machen. „Wenn aus der Ballsportschule was großes wird“, hat er noch einige Ideen für die Zukunft. So könnte eine zweite Gruppe ins Leben gerufen oder durch Sponsoren ein Bus-Shuttle finanziert werden. „So könnten die Kinder sicher abgeholt und auch wieder nach Hause gebracht werden“, erklärt der 27-Jährige. Jetzt gilt es aber erst, eine Routine in die Ballsportschule zu bringen. Außer Fußball soll in den nächsten Wochen auch Volleyball und Badminton gespielt werden. Im Sommer wird dann im Weiherstadion Sport gemacht. Freuen würde sich der Trainer, wenn die Stadt die vom FC Hechingen im Gemeinderat angeregten Spielfelder – Courts – umsetzen würde. „In den kleinen Spielfeldern muss jeder mitmachen, und es kann mit höherer Geschwindigkeit gespielt werden“, erklärt der Trainer.

Irgendwann wird es besser

Die Schweißperlen tropften den Rabauken am Freitag von der Stirn: Laufen, Dehnen, Fangspiele – das strengt an. „Das zieht“, beschwerten sich einige. „Das soll auch ziehen“, beruhigte Georgios seine Jungs, „irgendwann wird’s besser, glaubt’s mir.“